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Als Mama hochsensibel

Zu Beginn das Wichtigste: Hochsensibilität ist keine Schwäche! Wenn man lernt, sie anzunehmen und positiv zu nutzen, ist sie eine Stärke!

Bis vor nicht allzu langer Zeit hatte ich das Gefühl, irgendwie „falsch“ zu sein. Anders als andere. Besonders als Mama. Kleinigkeiten wurden häufig zum Problem und alltägliche Situationen strengten mich an. Ich fühlte mich schnell erschöpft, während andere Mütter das gleiche mit links schafften. Außerdem habe ich nach wie vor nicht das Gefühl, dass das Mama-Sein der alleinige Sinn meines Lebens ist. Ich liebe meine Kinder und brauche gleichzeitig viele andere Dinge, um erfüllt zu sein.

Vor einiger ist mir dann ein Buch über Hochsensibilität in die Hände gefallen, welches mein Selbstbild sehr zum Positiven verändert hat. Ich habe mich in fast allem wiedergefunden und sehr verstanden gefühlt. Seitdem bilde ich mich intensiv mit Büchern, Seminaren und meiner Ausbildung zur „Fachberaterin Hochsensibilität“ zu dem Thema weiter. Mittlerweile sehe ich mich in meinem Alltag als alleinerziehende Mama mit anderen und liebevolleren Augen. Und das hat stark dazu beigetragen, dass ich mich nach einer langen Erschöpfungsphase wieder ausgeglichen und kraftvoll fühle.

Es gibt mittlerweile viele Untersuchungen, Zahlen und Fakten zu dem Thema Hochsensibilität. Ich möchte hier jedoch nur auf die für mich wichtigsten Punkte eingehen, die ich für mein Mama-Sein bedeutsam finde.

Hochsensibilität ist ein angeborener Wesenszug. Dennoch ist es nur eine von zahlreichen Charaktereigenschaften, die die eigene Persönlichkeit ausmachen. Auch äußere Lebensbedingungen haben Auswirkungen auf die Ausprägung der Hochsensibilität. Trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten von hochsensiblen Personen (HSP) die „typisch“ sind.

Elaine N. Aron ist eine der wichtigsten Autorinnen auf dem Gebiet HSP. Sie beschreibt in ihren Büchern ausführlich auch die Unterschiede zwischen HSP und nicht-HSP. Insbesondere als Mama finde ich die folgenden Unterschiede bedeutsam:

  • Aufgrund einer leichteren Erregbarkeit des Nervensystems durch Reize – von außen oder dem eigenen Körper – ist das Erregungsniveau höher als bei nicht-HSP. Es wird schon durch geringere Reize ein bestimmtes Level erreicht und damit auch der Punkt, an dem HSP sich überreizt fühlen. Außerdem hallen Reize länger nach und das Nervensystem braucht länger, um sich zu erholen. Speziell im Zusammenleben mit Kindern kommt es bei HSP daher schneller dazu, dass sie sie sich überfordert und erschöpft fühlen.
  • Für HSP mit Kindern ist es besonders wichtig, das optimale Erregungsniveau herauszufinden. Übererregung führt sehr schnell zu Stress und Anspannung. Unterreizung schnell zu Langeweile und Unzufriedenheit. Für ein gutes Wohlbefinden sollte es einen stetigen Ausgleich zwischen beidem geben.

Das gilt grundsätzlich natürlich für alle Menschen. HSP erreichen allerdings schneller die Zustände der Über- oder Unterreizung aufgrund der besonderen Arbeitsweise des Nervensystems und dem hohen Maß an Sensibilität.

Gleichzeitig verleiht uns dieser Wesenszug auch großartige Stärken, nicht nur in Bezug auf unsere Kinder. Wir sind in der Regel sehr feinfühlig, haben einen guten Zugang zu unserer Intuition, sind empathisch und wissen oft schon im Vorhinein, wenn etwas nicht stimmt. Wir haben ein ausgeprägtes Gespür für Befindlichkeiten, Stimmungen und nonverbale Mitteilungen anderer Menschen.

Was nun habe ich getan, nachdem ich so viele neue Informationen hatte?

– Beobachten: Ich habe mich im Alltag selbst beobachtet. Ich habe darauf geachtet, welche Situationen bei mir welche Gefühle auslösen.

– Annahme: Ich habe (versucht) mich nicht zu bewerten für meine Gefühle und Reaktionen. Ich habe sie einfach festgestellt und so stehen lassen.

– Reflexion: Ich habe im Nachhinein oft darüber nachgedacht, in welchen Momenten ich gestresst, unruhig, gelangweilt oder glücklich war. Was war der jeweilige Auslöser? Was hätte ich gebraucht?

Dies waren die ersten und wichtigsten Schritte, um mich mit meiner Hochsensibilität in Bezug auf das Leben mit meinen Kindern auseinanderzusetzen.

Und nachdem ich mich eine Weile beobachtet hatte und herausfand welche Auslöser zu welchen Gefühlen bzw. Reaktionen führten, widmete ich mich intensiv der Frage „Was hätte ich gebraucht bzw. was brauche ich zukünftig in ähnlichen Situationen, um ruhiger, gelassener oder entspannter zu bleiben?“

Das mag für alle etwas unterschiedliches sein, was jedoch viele HSP gemeinsam haben, ist das große Bedürfnis nach Ruhe, Rückzug und Pausen. Und genau das habe ich mehr in meinen Alltag etabliert. Und seitdem ich viel bewusster mit mir, meinen Gefühlen und Bedürfnissen umgehe, fühle ich mich insgesamt ausgeglichener, kraftvoller und glücklicher.

Falls auch du herausfinden möchtest, was du im Alltag konkret brauchst, damit du das Zusammensein mit deinen Kindern mehr genießen kannst, unterstütze ich dich dabei gerne in meinem Coaching.

Hast du eigene Erfahrungen mit Hochsensibilität? Teile es gerne im Kommentar.

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