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Gefühle und Emotionen – Ein wichtiger Unterschied

Da ich in den folgenden Beiträgen immer wieder über Emotionen und Gefühle schreiben werde, möchte ich an dieser Stelle den Unterschied erklären, den ich für meine Beratung von Müttern wesentlich finde.

Immer wieder werde ich getriggert, wenn ich mit meinem Partner telefoniere und er während des Gesprächs nebenbei noch etwas anderes macht. Dann werde ich schnell wütend, weil ich das Gefühl bekomme, dass er mir nicht richtig zuhört.

Die Wut, die ich in diesem Moment spüre, ist das gegenwärtige Gefühl. Ausgelöst durch meine negative Bewertung über das Verhalten meines Partners, das ich für unachtsam und blöd halte.

Was aber ebenso mitläuft, sind alte Emotionen, die durch diese Situation ausgelöst werden.

Als Kind nämlich habe ich mich oft unwichtig und nicht gesehen gefühlt. Da sind also tiefe Emotionen, Verletzungen und alte Glaubenssätze, die angesprochen werden und welche die Wut aktivieren oder zumindest verstärken.

In meinem Beispiel wird also deutlich, dass es sinnvoll ist, sich den Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen einmal bewusst zu machen, auch wenn die Begriffe oft synonym gebraucht werden.

Emotionen entstehen im ältesten Teils unseres Gehirns. Früher waren sie unentbehrlich im Überlebenskampf der Menschen. Denn Emotionen sind u.a. körperliche Reaktionen, die ganz unmittelbar ablaufen, wie z.B. Muskelanspannung oder Herzrasen. Emotionen überkommen uns unbewusst und liegen außerhalb unserer Kontrolle.

Diana Richardson beschreibt es in ihrem Buch „Zeit für Weiblichkeit“ folgendermaßen:

„Emotionen stammen immer aus der Vergangenheit, während Liebe und Gefühl in der Gegenwart stattfindet. (…) Emotionen sind an sich völlig in Ordnung, solange uns bewusst ist, dass wir emotional sind, denn dann bekommen wir mit, was gerade passiert. Und durch dieses Verständnis ändert sich alles.“

Emotionen sind in Wirklichkeit das Wiederauftauchen alter, angestauter Gefühle sind. Es gab Momente in unserem bisherigen Leben, in denen wir Gefühle hinunterschlucken mussten, weil wir sie nicht zeigen oder ausdrücken durften / konnten. Und diese unterdrückten Gefühle und Empfindungen sind unsere Emotionen. Sie haben also nichts mit unserer Gegenwart zu tun, werden nur im aktuellen Augenblick durch einen Auslöser angerührt, steigen in uns auf und stiften Verwirrung.

Wenn wir diese alten Gefühle aber direkt als solche erkennen und reflektieren, werden die emotionalen Reaktionen zusehends nachlassen.

In meinem Beispiel ist es also hilfreich für mich zu erkennen, dass die Wut auf meinen Partner hauptsächlich durch alte und unbewusste Verletzungen ausgelöst wird. Allein die Bewusstmachung dessen, führt zu einer Entspannung in der Situation.

Wahrscheinlich werde ich auch die nächsten Telefonate noch getriggert und wütend, aber mir ist dann zumindest bewusst, dass es weniger mit dem Verhalten meines Partners zu tun hat, als mit meiner eigenen Geschichte. Und das ist der erste große Schritt zu mehr Entspannung in diesen Momenten.

Die Unterscheidung zwischen Emotionen und Gefühlen ist daher auch in Bezug auf unser Familienleben wichtig. Wenn wir nämlich erkennen, welche alten Emotionen durch aktuelle Auslöser im Alltag aktiviert werden, können wir diese bewusst wahrnehmen und den Umgang mit ihnen verändern. Und das führt mit der Zeit dann zu viel mehr Harmonie, Gelassenheit und Zufriedenheit.

In meinem Coaching schauen wir uns deshalb vor allem deine alten Emotionen an und du erkennst, wie sie dich im Alltag unbewusst steuern. In Zukunft kannst du dann besser mit ihnen umgehen und kommst wieder mehr in deine Balance.

Kennst du Situationen aus dem Alltag, in denen alte Emotionen bei dir ausgelöst werden? Teile sie gerne in den Kommentaren.

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