Warum es wichtig ist, blockierende Glaubenssätze zu erkennen und zu verändern

Ich hatte während meines Studiums bereits gewusst, in welchem Bereich ich später gerne arbeiten möchte. Nach dem Studium bewarb ich mich dort, bekam jedoch keine Stelle.

Also nahm ich ein Jobangebot in einem anderen Arbeitsbereich an.

Schon nach ein paar Tagen merkte ich, dass es mir mit der Arbeit nicht gut ging. Ich bin grundsätzlich ein fröhlicher und positiver Mensch und sehr schnell fühlte ich das erste mal, was es bedeutet, wirklich unglücklich zu sein.

Ich nahm schon nach kurzer Zeit Arbeit mit nach Hause, da ich sie im Büro nicht schaffte und aufgrund der Bürozeiten nicht länger bleiben konnte. Ich konnte abends nur noch vor dem Fernseher einschlafen, da mich meine Gedanken und Sorgen ansonsten wach hielten. Mein Magen rebellierte jeden Morgen. Ich war insgesamt ausgelaugt, überlastet und unglücklich. Und trotzdem kam es mir nicht in den Sinn, den Job aufzugeben. Schließlich war es eine anerkannte Arbeit, ich hatte eine wichtige Rolle, die Kolleg*innen waren toll, ich hatte eine volle, sichere und unbefristete Stelle mit einem guten Gehalt.

Was aber am meisten dazu beitrug, dass ich blieb, war meine Überzeugung „Da muss ich jetzt durch“.

Bereits in meiner frühen Kindheit hatte ich gelernt, dass ich mich „zusammenreißen“, nicht „aufgeben“, die „Zähne zusammenbeißen“ müsse um erfolgreich zu sein und das Leben kein Wunschkonzert sei. Wenn ich etwas vorzeitig beendete, weil es mir keinen Spaß bereitete, bedeutete das für mich nun Schwäche, kein Durchhaltevermögen und Versagen.

Und diese unbewussten Überzeugungen und Glaubenssätze arbeiteten so gut, dass ich gar nicht in Erwägung zog zu kündigen. Und das, obwohl ich zwischenzeitlich die Chance bekam, doch in den Bereich zu wechseln, in den ich eigentlich wollte. Ich lehnte ab, weil es einfach nicht in mein Selbstkonzept passte, etwas nicht durchzuziehen.

Im zweiten Arbeitsmonat klagte ich einer guten Bekannten mein Leid und erzählte ihr, wie schlecht es mir ging. Am Ende meiner Erzählung sagte ich „Aber da muss ich jetzt wohl durch“. Sie hörte mir aufmerksam zu und stellte dann nur eine Frage: Warum?

Im ersten Moment kamen mir natürlich alle Argumente in den Sinn, die mich bisher auf der Stelle gehalten hatten. Im nächsten Moment jedoch wurde ich still und ich verstand eine tiefere Bedeutung der Frage. Und ich fragte mich selbst, ja warum eigentlich? Warum glaube ich, dass ich da durch muss, wenn es mir damit so schlecht geht? Wenn ich keine Lebensfreude mehr habe, nur noch Ängste und angespannt bin? Warum?

Diese einfache Frage hat mein Leben verändert. Am nächsten Tag habe ich mich um die Stelle bemüht, die mir zwischenzeitlich angeboten wurde. Ich bekam kurzfristig noch ein Vorstellungsgespräch und kurz darauf die Zusage.

Ich kündigte die aktuelle Arbeit und begann die Neue. Auf den ersten Blick sah es nach einem schlechten Tausch aus, denn für die neue Stelle benötigte ich ein Auto, mein Vertrag war befristet und nur Teilzeit. Auf den zweiten Blick war es jedoch die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Denn ich hatte wieder Spaß am Leben.

Noch heute arbeite ich dort. Die Arbeit erfüllt mich, ich habe ein wunderbares Team und die besten Bedingungen.

Natürlich braucht es meist mehr als die einfache Frage „Warum?“, um unbewusste Glaubenssätze zu erkennen und aufzulösen. Sie sitzen meist sehr tief und prägen uns seit der Kindheit. Außerdem muss der Leidensdruck in der Regel sehr groß sein, damit wir bereit sind, uns mit unseren Mustern auseinanderzusetzen. Es kann dann jedoch hilfreich sein, seine Ängste und Überzeugungen mit jemanden im Außen zu teilen, der einen anderen Blick auf die Dinge hat und vielleicht auch Fragen stellt, über die wir so noch nicht nachgedacht haben.

Und wenn wir uns unsere Glaubenssätze bewusst machen, haben wir die Möglichkeit, neu und verantwortungsvoll zu entscheiden.

Gerne unterstütze ich dich im Coaching dabei, deine blockierenden Glaubenssätze zu erkennen und sie gegebenenfalls aufzulösen, damit du bewusst entscheiden kannst, wie du dein Leben wirklich gestalten willst.

Hast du dich auch schon mit deinen Glaubenssätzen auseinandergesetzt? Schreibe deine Erkenntnisse gerne in die Kommentare.

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