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Wie gewaltfreie Kommunikation helfen kann, schwierige Entscheidungen zu treffen

Ich stand vor zwei Jahren vor einer sehr wichtigen Entscheidung, die mehr als nur meine eigene Zukunft betraf. Sollte ich eine weitreichende Veränderung wagen oder nicht? Ich hatte lange darüber nachgedacht, Vor- und Nachteile abgewogen, mit Menschen darüber gesprochen und trotzdem konnte ich mich nicht entscheiden.Dieser Prozess ließ mich lange Zeit zweifeln, leiden, nächtelang grübeln und viele Tränen vergießen. Es war ein wirklich schwerer Weg.

Ich hatte einfach zu große Angst vor den möglichen Konsequenzen, die ein neuer Weg mit sich bringen würde.

Wobei ich die Konsequenzen nicht einmal richtig absehen konnte. Es war nur klar, dass es große Veränderungen für alle Beteiligten geben würde. Und ich war unschlüssig, ob ich dazu die Bereitschaft hatte. Was sollte ich also tun?

Ich habe mich in meiner Ratlosigkeit an meine Trainerin gewandt, bei welcher ich über viele Monate an verschiedenen Kursen der „gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg teilgenommen hatte.

Ich bin zu ihr mit folgenden Worten ins Coaching gegangen : „Ich habe zu 99,9% die Entscheidung für die Veränderung bereits getroffen. Und trotzdem weiß ich nicht, ob ich den Schritt gehen soll.“

Und meine Trainerin schlug vor, die fehlenden 0,1% zu betrachten. Und das war im Nachhinein genau das, was ich brauchte. Denn ich hatte mich die ganze Zeit davor gedrückt, meine Ängste vor dem Schritt in die Veränderung im Detail zu betrachten und zu benennen. Aus Sorge, dass sie dann zu groß werden könnten und mich überwältigen würden. Dass ich aus Angst doch eine Entscheidung gegen meine Gefühle und meine Intuition treffe.

Das ist nicht passiert. Das Gegenteil ist eingetroffen. Wir haben ganz genau hingeschaut und aufgeschrieben, welche Ängste mich von einer Veränderung abhielten. Und überraschenderweise waren es gar nicht so viele, wie ich dachte. Ich hatte zum Beispiel Sorge, dass mir Unterstützung, finanzielle Sicherheit oder die Nähe zu anderen Menschen fehlen würden.

Und allein durch dieses klare Benennen, wurden die Ängste kleiner und der Nebel, in dem ich mich vorher bewegte, lichtete sich. Nachdem ich mir alle meine Zweifel ganz genau angesehen und allen den nötigen Raum gegeben hatte, kam der nächste Schritt. Wir gingen alle Zweifel noch einmal durch und ich überlegte, wie realistisch sie tatsächlich sind und was ich tun kann, wenn die befürchteten Erwartungen wirklich eintreffen.

Ich fragte mich zum Beispiel, ob mir die Veränderung finanziell tatsächlich sehr schaden würde und wenn ja, was ich dann tun könnte, wer mir helfen könnte. Und nachdem wir alle Ängste auf diese Weise geprüft hatten, war auch da die überraschende Erkenntnis, dass ich viele Zweifel plötzlich als viel weniger bedrohlich wahrnahm als zuvor. Und dass ich über viele Ressourcen verfügte, um damit umgehen zu können, sollten die Befürchtungen doch Realität werden.

Und am Ende des Prozesses stand die Frage: Wie entscheide ich mich nun? Und die Antwort war dann ganz klar, denn aus den 99,9% wurden 100%.

Ich hatte mich somit entschieden, mich nach 12 Jahren Beziehung mit zwei gemeinsamen Kindern von meinem Ehemann zu trennen und einen Neuanfang zu wagen.

Worauf habe ich mich mit meiner Trainerin in diesem Prozess nun fokussiert? Wir haben mithilfe der „gewaltfreien Kommunikation“ die Dinge benannt, welche ich als Konsequenzen befürchtete. Wir haben uns also auf die von mir erwarteten unerfüllten Bedürfnisse konzentriert und überlegt, wie ich sie mir zukünftig anders erfüllen könnte.

Und ich habe dadurch meiner Angst, die von diesen unerfüllten Bedürfnissen gefüllt war, die Möglichkeit gegeben, gesehen zu werden. Ich habe ihr zugehört und sie ernst genommen.

Denn sie hat nichts Böses im Sinn. Im Grunde will sie uns schützen. Das ist ihre ursprüngliche Aufgabe, die heute aber in vielen Situationen nicht mehr nötig ist. Und indem wir uns nicht vor ihr verstecken, so tun als wäre sie nicht da oder sie gar bekämpfen, kommen wir in Austausch mit ihr. Und das gibt uns dann die Möglichkeit, die Angst als Berater zu nutzen und schlussendlich eine freie Entscheidung zu treffen.

Ich kann heute sagen, das ich meine Entscheidung nach dem zuvor schweren Weg nie bereut habe. Die Veränderungen waren enorm und es gab und gibt immer noch schwierige Zeiten. Und gleichzeitig bin ich sehr viel glücklicher als zuvor und wirklich froh, mich für diesen Schritt entschieden zu haben.

Falls du selbst gerade vor einer Entscheidung stehst und dir mehr Klarheit wünschst, unterstütze ich dich in meinem Coaching gerne bei deinem Prozess.

Teile gerne im Kommentar, falls du auch schon einmal vor einer schwierigen Entscheidung standest und was dir geholfen hat, eine Wahl zu treffen.

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