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Wie gewaltfreie Kommunikation im Umgang mit Kindern helfen kann

Es gibt diese Momente. In denen ich gestresst und angespannt bin. In denen ich nicht in meiner Mitte bin. Dann werde ich oft ungerecht und reagiere in einer Weise, die ich eigentlich nicht möchte. Vor allem meinen Kindern gegenüber. Und dann bekomme ich Schuldgefühle. Weil ich ja weiß, dass meine Kinder nichts mit meinem Gefühl zu tun haben, sie es aber hin und wieder ausbaden müssen. 

Früher befand ich sehr oft in diesem Zustand. Aber dadurch, dass ich mich in den letzten Jahren intensiv mit mir, meinen Mustern und damit beschäftigt habe, wie ich gut für mich sorgen kann, sind diese Momente zum Glück viel weniger geworden.

Durch die gewaltfreie Kommunikation gelingt es mir nun auch im Alltag immer besser, in mich hineinzuspüren und auch die Bedürfnisse meiner Kinder besser zu verstehen.

Vor kurzem stand die Geburtstagsfeier meiner Tochter an. An dem Tag vorher waren wir bis abends unterwegs und ich wollte unbedingt noch Muffins für den nächsten Tag backen. 

Was ich in diesem Moment fühlte: Stress, Überforderung und Müdigkeit. 

Meine unerfüllten Bedürfnisse waren: Ruhe und Schlaf. Andererseits wollte ich aber auch zu einem schönen Fest beitragen.

Ich überlegte mir dann, was ich nun tun könnte. Ich hätte am nächsten Morgen einfach noch Muffins kaufen können. Ich entschied mich jedoch bewusst dagegen, weil es mir wichtiger war, einen schönen Beitrag für das Fest zu liefern, indem ich etwas selbst backe. Außerdem wollte ich meiner Tochter dadurch meine Wertschätzung für sie und ihr Fest zeigen. 

Diese bewusste Entscheidung half mir dabei, den dadurch fehlenden Schlaf in Kauf zu nehmen. Damit war ich schon viel versöhnter und übernahm somit die eigene Verantwortung für die Konsequenzen.

Meine Tochter äußerte dann den Wunsch, die Muffins gemeinsam mit mir backen zu wollen, da es ja ihr Geburtstag war.

Im ersten Moment hatte ich große Widerstände. Ich wollte Ruhe beim Backen und ein paar Momente mit mir allein nach einem anstrengenden Tag. Diese Bedürfnisse konnte ich sehen.

Gleichzeitig sah ich aber auch ihren Wunsch nach Gemeinschaft, Selbermachen und Beitragen.

Ich nahm mir einen Moment und ging in mich. 

Was war mir wichtiger? Allein zu backen, um einen ruhigen Moment zu haben? Oder ihr Wunsch, einen Augenblick mit mir zu haben und sich an ihren Muffins zu beteiligen?

Ich entschied mich, die Bedürfnisse meiner Tochter in diesem Moment höher zu gewichten.

Und es war eine gute Entscheidung. Wir verbrachten 30 Minuten in der Küche, hörten gemeinsam Musik und tanzten beim Vorbereiten des Teigs. Sie unterstützte mich großartig, indem sie die Förmchen mit Teig füllte und ich in dieser Zeit schon abspülen konnte. 

Wir hatten eine sehr schöne, lustige und verbindende halbe Stunde, die wir miteinander verbrachten.

Was hat die gewaltfreie Kommunikation nun damit zu tun?

Als erstes habe ich mir einen Moment genommen, um in mich hineinzuhören. Im Alltag kommt dieser wichtige Schritt leider oft zu kurz. Dann habe ich Entscheidungen getroffen. Ganz bewusste Entscheidungen. 

Aufgrund meiner unterschiedlichen Bedürfnisse nach Ruhe und Schlaf einerseits sowie Beitragen andererseits habe ich abgewogen, was mir nun wichtiger ist. Nämlich, die Muffins selbst zu backen.

Im zweiten Schritt habe ich mir dann auch die Bedürfnisse meiner Tochter bewusst gemacht. Ich habe sie gleichwertig gegen meine gestellt und erneut eine bewusste Entscheidung getroffen. Nämlich, dass wir gemeinsam backen.

Diese inneren Prozesse entsprechen der Haltung der gewaltfreien Kommunikation dahingehend, dass die eigenen und die Bedürfnisse des anderen gesehen und ernst genommen werden. Und dass wir in die volle Verantwortungsübernahme gehen, indem wir dann entsprechend entscheiden und handeln.

Diese Situation hat mir den Wert der gewaltfreien Kommunikation wieder sehr deutlich vor Augen geführt und ich bin dankbar für die 30 Minuten Zeit mit meiner Tochter. Und ich arbeite daran, dass mir das im stressigen Alltag auch in Zukunft noch viel öfter gelingt. 

Wenn du auch lernen möchtest, im Alltag besser in dich hineinzuhören, herauszufinden, was du brauchst und auch die Bedürfnisse deiner Kinder besser verstehen möchtest, unterstütze ich dich dabei gerne in meinem Coaching.

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